Oh là là! – Unser zweiter Frankreichaustausch mit Toulouse
Manche Reisen dauern nur wenige Tage – und werden doch erstaunlich lang im Gedächtnis bleiben. Genauso fröhlich, aufregend und lebendig war es wieder beim diesjährigen Schüleraustausch zwischen der IKS und dem Collège Forain François Verdier bei Toulouse. Insgesamt 31 Kantianer sowie 30 französische Jugendliche nahmen an dieser besonderen Begegnung teil. Auf Reisen begleitet und vor Ort betreut wurde der „Hinbesuch“ von den Französischlehrkräften Frau Hundhausen, Frau Schildt und Herrn Weege.
Bereits vom 10. bis 17. Februar 2026 durften unsere Schülerinnen und Schüler das französische Leben im Südwesten Frankreichs kennenlernen. Schon bei der Ankunft wurden die deutschen Gäste mit selbstgestalteten Plakaten aufs Herzlichste von ihren Austauschfamilien empfangen … – und direkt als neuestes Familienmitglied mit nach Hause genommen!
Am Folgetag in der Schule wurden die deutschen Gäste zunächst durch den Schulleiter Monsieur Azam freundlich begrüßt und dann zu einem gemeinsamen chocolatine-Frühstück in die Mensa eingeladen. Es folgten Kennlernspiele und eine Schulführung, bei der bereits viele Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Schulleben festgestellt werden konnten.
In den folgenden Tagen stand die Region rund um Toulouse im Mittelpunkt aller Erkundungen. Das Sturmtief „Nils“ machte uns jedoch fast einen Strich durch die Rechnung, denn entwurzelte Bäume und Überflutungen führten zu blockierten Straßen und zum Teil sehr abenteuerlichen Schulwegen. Aber wir trotzten dem Sturm mit guter Laune. Außerdem wusste Madame Nottrott, die Deutschlehrerin im Collège, einige Programmpunkte clever umzutauschen. So kamen alle trotz Sturm und Regen dennoch auf ihre Kosten und wir erkundeten schlussendlich doch noch die historische Altstadt von Toulouse mit ihren rosa Backsteinfassaden und stürmten den Festsaal des Capitole für ein Gruppenfoto. Besonders eindrucksvoll war auch der Besuch der berühmten Halle de la Machine, wo riesige mechanische Konstruktionen und der ein oder andere Knallkörper nicht nur Technikfans ins Staunen versetzten.
Das Wochenende in den Gastfamilien bot unseren Schülerinnen und Schülern zudem einen authentischen Einblick in das französische Familienleben und war gefüllt von verschiedensten Ausflügen, Restaurantbesuchen, Bowlingabenden und Hauspartys.
Zu Beginn der Folgewoche hatten die deutschen Gäste dann die Möglichkeit, in Kleingruppen in den französischen Schulalltag zu schnuppern und den Unterricht der Klassen zu besuchen.
Eine Abschiedsfeier mit den Gasteltern, begleitet von Musikbeiträgen der Franzosen und mit einer bewegenden Dankesrede der deutschen Schülerinnen und Schüler (en français, bien sûr!) rundeten die Woche ab.
Hier geht es zu einem französischen Pressebericht über unsere Begegnung in Toulouse: https://www.ladepeche.fr/2026/02/21/un-echange-franco-allemand-au-college-francois-verdier-13237469.php
Rückbesuch in Deutschland
Vom 12. bis 18. April 2026 erfolgte dann der Gegenbesuch in Neumünster. Diesmal waren unsere französischen Gäste an der Reihe, norddeutsche Frühlingsluft zu schnuppern.
Nach der Ankunft am letzten Osterferientag mit Flughafenabholung durch die Gastfamilien (Encore merci!) begann die Woche an der IKS mit einer offiziellen Begrüßung durch Herrn Hepp. Danach folgten ein Frühstück mit Laugenstangen und Franzbrötchen, der Start in das gemeinsame Kunstprojekt unter der Begleitung von Herrn Ramm und ein bilinguales Sportevent mit Herrn Weege.
Am Folgetag lernten die französischen Gäste dann geführt durch Herrn Judith unsere Stadt und Stadtgeschichte kennen – vom Rencks Park über den Großflecken und die Vicelin Kirche bis zum Museum für Tuch + Technik. Ausgehend vom Jacquard-Muster am Museumswebstuhl gestalteten die Schülerinnen und Schüler dann Leinenbeutel und füllten dabei unser Schullogo mit eigenen, kreativen Mustern. – Wer hätte geahnt, dass Textilgeschichte so unterhaltsam sein kann?
Ein gemeinsamer Ausflug nach Hamburg führte die Großgruppe von 61 Schülerinnen und Schülern am nächsten Morgen dann zu einigen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Hansestadt: Jungfernstieg, Rathaus, Speicherstadt und Elbphilharmonie standen ebenso auf dem Programm wie das Miniatur Wunderland, das als absolutes Highlight empfunden wurde. Am darauffolgenden Tag entdeckten die französischen Gäste Lübeck mit seinem berühmten Holstentor, Niederegger Marzipan und den verwinkelten Gassen der Altstadt.
Besonders wertvoll war jedoch nicht nur das offizielle Programm, sondern das einfache Miteinander im Alltag: gemeinsame Mahlzeiten, spontane Gespräche, kleine Übersetzungsversuche zwischen Deutsch, Französisch und auch mal ein wenig Englisch, und das Entdecken vieler Gemeinsamkeiten: Lara und ihre Austauschpartnerin Violette zeigten uns zum Beispiel beim großen Abschiedsabend in der Aula, wie sehr sie sich musikalisch ergänzen und performten vor den rund 130 Gästen zauberhafte französische Chansons.
Am Ende dieser zwei Austauschwochen bleibt uns allen somit weit mehr als nur Gruppenfotos und Souvenirs: neue Freundschaften, gestärktes Selbstvertrauen in der Fremdsprache und die Erfahrung, dass Schule vor allem dort lebendig wird, wo junge Menschen sich über Grenzen hinaus begegnen.
Dieser Austausch 2026 war vraiment magnifique.
Frederike Schildt
